Akranes
Der Ort entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Fischerdorf, bekam 1942 das Stadtrecht und wuchs danach kräftig weiter. Seit 1998 ist Akranes mit Reykjavík über die Nationalstrasse 1 (Hringvegur) durch den Tunnel Hvalfjarðargöngin, der unter dem Hvalfjörður hindurchführt, verbunden. Vor der Erbauung des Tunnels gab es eine Fährverbindung nach Reykjavík. Akranes besitzt ein kleines Museum, vor welchem Islands ältester erhaltener Fischkutter ausgestellt ist. Sehenswert ist außerdem der Leuchtturm aus dem Jahre 1918. Inzwischen existiert auch ein Tunnelmuseum.
In Akranes verarbeitet ein großes Zementwerk Muschelkalk. Man sagt, in Island unterscheide man zwei Baustile: vor und nach der Errichtung des Zementwerks in Akranes. Der Fußballverein IA Akranes war mehrfacher isländischer Meister und Pokalsieger. Auch im UEFA-Cup bestritt der Verein schon viele Spiele.
Borgarnes
Die Stadt Borgarnes (dt. “Felsenhalbinsel”) liegt am Borgarfjörður. Die Stadt wird aus Richtung Reykjavík auf der Ringstraße über die zweitlängste Brücke des Landes erreicht. Die Brücke misst 520m und führt über den Ausläufer des Fjords. Mit seinen Geschäften und Einkaufspassagen bildet der Ort das Zentrum des umgebenden Distrikts. Andererseits ist die Gegend sehr von der in den Sagas festgehaltenen Geschichte geprägt. So gilt Borgarnes als Heimatort des Dichters und Sagahelden Egill Skallagrímsson, dem man auch in mehreren bildhauerischen Werken Denkmäler gesetzt hat. Das bekannteste wurde von Ásmundur Sveinsson geschaffen und steht vor dem Weiler Borg á Mýrum, denn dort soll Egill gelebt haben. Egills Abenteuer sind in der Egils Saga festgehalten. Sein Vater Skalla-Grímur gehörte laut Landnahmebuch zu den ersten Siedlern der Gegend und war deren einflussreichster. Für Touristen bietet der Ort ein gutes Sprungbrett für Ausflüge nach Snæfellsnes oder in das Reykholtsdalur.
Deildartunguhver
Die Deildartunguhver sind heiße Quellen, die sich im Reykholtsdalur in Island befinden. “hver” im Isländischen bedeutet “heiße Quelle”. Die Deildartunguhver liegen am Ausgang des Reykholtsdalur nach Westen in Richtung Borgarnes. Sie sind vermutlich die wasserreichsten heissen Quellen der Welt mit einem Ausstoss von 180 Liter/Sek. und 97 Grad heissem Wasser. Pipelines führen das Wasser bis ins ca. 60 km entfernte Akranes und ins ca. 30 km entfernte Borgarnes.
Glanni
Ein wunderschöner Wasserfall in der Norðurá, welcher an eine Oase erinnert. Unterhalb des Wasserfalls springen oft Lachse.
Grábrók
Es handelt sich um zwei grössere Krater, der Hauptkrater heisst Stóra-Grábrók, der kleinere Litla-Grábrók. Ein dritter Krater mit Namen Grábrókarfell befindet sich westlich von ihnen. Sie grenzen direkt an den Hringvegur nördlich von Borgarnes im Norðurátal. Die Internatshochschule Bifröst liegt zu ihren Füßen im von ihnen geschaffenen Lavafeld. Zahlreiche Wanderwege findet man auf den Kratern und in ihrer Umgebung.
Hraun- und Barnafossar
Die Wasserfälle Hraunfossar liegen in der Nähe der Orte Húsafell und Reykholt im Westen von Island. Ihr Name leitet sich davon ab, dass sie direkt aus der Lava (= isl. “hraun”) zu entspringen scheinen. Auf einer Länge von ca. 0,7 km strömt schäumend und sprudelnd Wasser aus dem schwarzen Gestein. Oberhalb wachsen niedrige Sträucher und Birken. In unmittelbarer Nachbarschaft der Hraunfossar befindet sich auch der Barnafoss. Dessen Name, “Kinderwasserfall” verweist auf eine alte Sage. Zwei Kinder sollen von einem natürlichen Steinbogen abgestürzt und in den Fluss Hvítá gefallen sein. Daraufhin liess die Mutter den Steinbogen zerstören. Interessant ist die Wasserdüse im Wasserfall: Ein Grossteil des Wassers schiesst mit bemerkenswerter Geschwindigkeit durch ein enges Loch im Fels.
Hreðavatn
Der Hreðavatn liegt etwa 25 km nördlich von Borgarnes in der Nähe der Ringstraße Nr. 1 bei der Internatshochschule Bifröst. Die Grábrók-Krater erheben sich nicht weit entfernt und ihre Lava erstreckt sich auch entlang des östlichen Seeufers. Die Länge des Hreðavatn beträgt ca. 5 km, seine Fläche 1,3 m², seine Tiefe ca. 20 m. Im See kann man Forellen fischen. Die unmittelbare Umgebung zeichnet sich durch ein grosses Lavafeld, sanfte Heidelandschaft und kleine Waldanpflanzungen aus. Die Gegend muss in früheren Zeiten bewaldet gewesen sein. Man hat hier ca. 6,5 – 7 Mio. Jahre alte Holzkohlenflöze entdeckt, deren Zusammensetzung auf Arten hinweist, wie sie heute in Mitteleuropa beheimatet sind. Dies lässt darauf schliessen, dass das Klima damals sehr viel milder war als heute. In nicht allzu weiter Ferne erhebt sich der perfekte Kegel des Vulkans Baula.
Húsafell
Der winzige Ort Húsafell liegt in der Nähe von Reykholt im Reykholtsdalur. Von Interesse ist er durch die zahlreichen Naturwunder, die sich in seiner Nähe befinden. Zu nennen wären vor allem die Lavawasserfälle Hraunfossar und der Barnafoss. Auch die Höhlen des Lavafeldes Hallmundarhraun sind von hier aus gut zu erreichen, z.B. die Surtshellir. Der Ort ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Hochebene der Arnavatnsheiði. Sie ist bekannt wegen der vielen Seen, in denen man fischen kann. Direkt bei Húsafell liegt einer der wenigen Wälder von Island. Er hat 4 m hohe Birken zu bieten. Außerdem gab es in Húsafell einst eine Künstlerkolonie (u.a. der isländische Maler Jóhannes Sveinsson Kjarval lebte hier). Auch heute erschafft der hier ansässige Bildhauer Páll Guðmundsson originelle Figuren, die besichtigt werden können.
Hvalfjörður
Es existiert eine isländische Volkssage, die den Namen erklärt: Einige Kilometer hinter dem Ende des Fjords liegt der Hvalvatn. In diesen See habe ein zauberkundiger Priester einen bösartigen Wal gelockt und daher rühre der Name des Fjords. Die Geschichte hat auch ein alternatives Ende, in welchem der bösartige Wal ganz hinten im Fjord durch den Priester strandete. Der Wal wurde zur Halbinsel.
Bis 1998 mussten Reisende einen Umweg von ca. 62 km auf der Ringstrasse Nr.1 auf sich nehmen, wenn sie von Reykjavík nach Borgarnes fahren wollten. Damals musste man den ganzen Fjord umrunden. Heute wird die Fahrt durch den Tunnel Hvalfjarðargöng unter dem Fjord (Maut!) bedeutend verkürzt. Der Tunnel wurde von isländischen Firmen entwickelt und gebaut. Andererseits entgeht dem Reisenden nun ein schönes und vor allem im Sommer ein liebliches Stück Island, das aus einer reizvollen Mischung von vulkanischen Bergen und grüner Vegetation besteht.
Als Wanderziele bieten sich z.B. der Þýrill, der Rest eines alten Schildvulkans, und für Bergfexe die Gipfel des Botnssúlur an. Ausgesprochen interessant ist auch die Wanderung zu Islands höchstem Wasserfall, dem Glymur, die im hinteren Ende des Fjordes nahe der Mündung der Botnsá beginnt. Ein alter Pfad führt überdies über die Berge von Botnsá in das Skorradalur. Es wachsen an der Botnsá Lupinen, die in Island 1945 eingeführt wurden und wegen der Genügsamkeit und ihrer langen Wurzeln im Kampf gegen die Erosion eingesetzt werden, sowie zahlreiche andere Blumen und blühende Moose. Auch entdeckt man inzwischen Ansätze von Wäldern mit Nadelbäumen zwischen den Birken.
Reykholt
Dieser Ort ist eng mit dem Namen Snorri Sturluson verbunden, der einer der grössten Dichter und bedeutendsten Politiker im mittelalterlichen Island war. Er lebte und starb in Reykholt. Überreste seines Hofes und vor allem ein Bad mit unterirdischem Gang sind dort zu besichtigen. Es gibt inzwischen in Reykholt auch eine Fachbibliothek zu seinem Werk. Reykholt war im Mittelalter eines der geistigen Zentren der Insel und beherbergte lange eine der bedeutendsten Schulen des Landes. Auch heute noch pflegt man, obwohl die Schule inzwischen geschlossen wurde, die Kultur mit Lesungen von berühmten Schriftstellern und Vorträgen. Im Juli findet hier immer ein Festival für klassische Musik statt.
Im Namen des Ortes steckt wie in vielen isländischen Namen das Wort “reykur” (= Rauch). Das erklärt sich durch das Vorhandensein einer Vielzahl von heissen Quellen in diesem Tal. Die wasserreichsten unter ihnen sind die Deildartunguhver und die Quelle von Kleppjárnsreykir. Die ausgefallenste jedoch liegt mitten im Fluss Reykjadalsá und hat deshalb den Namen Árhver (isl. “á” = “Fluss”).










