Halbinsel Snæfellsnes

Allgemeines

Zirca 7 Mio. Jahre alt oder älter ist das Grundgebirge in Snæfellsnes, d.h. aus der Zeit als die Plattengrenzen und der aktive Vulkangürtel sich in diesem Gebiet befanden. Die vulkanische Aktivität stoppte auf Snæfellsnes als die Plattengrenzen sich vor 7 Mio. Jahren verschoben. Aus unbekannten Gründen begann diese aber wieder vor ca. 2 Mio. Jahren. Zuerst gab es Vulkanausbrüche im Vulkansystem Lýsuskarð, das etwa in der Mitte der Halbinsel liegt, und vor 1 Mio. Jahren begannen sich die Snæfellsjökulls- und Ljósufjöllsysteme zu rühren. Das System der Ljósufjöll, das sich am östlichen Ende der Halbinsel befindet, ist mit einer bemerkenswerten Länge von ca. 50 km das längste aktive Vulkansystem auf Island. Es reicht von den Grábrókkratern bei Bifröst über den Eldborg im Hnappadalur nahe Borgarnes bis zum Berserkjahraun bei Stykkishólmur.

 

Arnarstapi

Oder auch Stapi genannt, ist ein kleines Fischerdorf mit romantischem Hafen. Bizarre Felsformationen entlang der Steilküste, Basaltsäulen, Steinbögen und Felshöhlen, in denen unzählige Seevögeln nisten. Sehenswert ist der Steinbogen Gatklettur. In dessen Nähe befinden sich drei Felshöhlen oben am Klippenrand, die mit dem Meer verbunden sind. Bei Sturmflut schiessen hohe Wasserfontänen durch die engen Öffnungen. Arnarstapi war zudem Wohnsitz von Guðmundur Bergþórsson (1657 – 1705), einem der bekanntesten Dichter seiner Zeit.

 

Búðir

Alter Anlegeplatz für Handelsschiffe, Handelsplatz bis etwa 1930. Im 16 Jahrhundert hatte die Bremer Hanse hier einen Stützpunkt. In der Lava sind zahlreiche Ruinen ehemaliger Fischerhütten zu finden. Auch einer der grössten Muschelsandstrände des Landes findet der Besucher hier.

 

Hellnar

Diverse Ausflugsziele stehen ab Hellnar zur Auswahl. Es besteht die Möglichkeit, an einer Gletschertour auf den Snæfellsjökull mit Schneemobilen teilzunehmen. Natürlich werden auch Reittouren, Walbeobachtungsfahrten, usw. angeboten.

 

Snæfellsjökull

Der Snæfellsjökull (dt. “Schneeberggletscher”) ist ein 1.446 m hoher Stratovulkan am westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes auf Island. Der Berg hiess ursprünglich Snæfell. Zur Unterscheidung von zwei anderen Bergen dieses Namens wird aber bei ihm die isländische Bezeichnung für Gletscher (jökull) an den Namen gehängt. Seine Kappe bildet ein Gletscher, der eine Caldera ausfüllt, an deren Rand drei kleine Vulkanschlote sitzen. Bekannte grössere Ausbrüche fanden vor ca. 10.000, 4.000 und vor ca. 1.750 Jahren statt. Der Krater mit den Schloten erschien beim letzten Ausbruch, der ziemlich verheerende Ausmasse hatte. Die Asche findet sich über den ganzen Westen Islands verstreut. Auch in der Umgebung des Berges haben beträchtliche Ausbrüche stattgefunden, bei denen viel Lava ausströmte. Die meisten dieser Lavafelder stammen aus der Unruheperiode, die dem letzten grossen Ausbruch folgte. Seither gab es hier keinen Ausbruch mehr, aber der Vulkan gilt nach wie vor als aktiv.
Der Vulkan liegt inmitten des nach ihm benannten Snæfellsjökull-Nationalparks und ist an klaren Tagen sogar von Reykjavík aus zu sehen, das in Luftlinie ca. 120 km entfernt liegt. Der Nationalpark wurde 2001 gegründet, um die Naturschätze und Reste menschlicher Siedlungen – wie etwa die Überreste von Winterfischerhütten bei Dritvík – in dem Gebiet zu schützen und der Allgemeinheit zugänglich zu erhalten. Das Hauptbüro befindet sich in Hellissandur, ein Ausstellungsraum befindet seit 2004 in Hellnar. Viele Reit- und Wanderwege im Nationalparkgebiet sind inzwischen ausgebaut und gekennzeichnet worden, immer mehr Informationstafeln werden aufgestellt.
Der Snæfellsjökull gilt als einer der berühmtesten Berge der Insel. Dies hat er nicht zuletzt dem französischen Autor Jules Verne zu verdanken, der in seinem Roman “Reise zum Mittelpunkt der Erde” den Einstieg in die Unterwelt genau am Snæfellsjökull anlegt. Ausserdem werden dem Vulkan von Esoterikerseite her Qualitäten als Träger besonderer Kraftfelder zugesprochen.
Der isländische Nationaldichter Halldór Laxness hat mit seinem Roman “Am Gletscher” der Mystik isländischer Landmarken und besonders dem Gletscher ein Denkmal gesetzt. Viele Orte rund um den Vulkan tragen Namen, die mit dieser Figur zu tun haben. Zahlreiche Volkssagen ranken sich um Bárður (Sagenfigur Bárður Snæfellsás). So wird erzählt, Bárður sei einer der ersten Siedler in der Gegend um den Snæfellsjökull gewesen, viel grösser und stärker als andere, weil er Trollblut in seinen Adern hatte. Er war höchst sportbegabt und ausserdem zauberkundig. Und wie viele andere hatten ihn Auseinandersetzungen mit dem norwegischen König Harald Schönhaar zur Auswanderung nach Island bewogen. Er nannte den Snæfellsjökull zunächst einmal Snjófell und gründete in der heutigen Gemeinde Hellnar einen Hof, den er Laugarbrekka nannte. Während des Baus wohnte er in der Höhle Sönghellir und soll dort auch gesungen haben. Er badete grundsätzlich in dem schönen runden Maar Bárðarlaug (= das Bad des Bárður). Aber er neigte auch zu Berserkertaten. So tötete er seinen Neffen, der nicht auf seine Tochter aufgepasst hatte, indem er ihn in die Schlucht Rauðsgíl warf (die Schlucht wurde rot von seinem Blut). Die Tochter wurde die erste “Entdeckerin” von Grönland. Das Kind trieb mit dem Kajak die 287 km bis dorthin ab, kam aber heil zurück (zu spät für den Neffen). Außerdem half er seinem Nachbarn Ingólfur, der im heutigen Ólafsvík siedelte, und dauernd Ärger mit einem Trollweib aus dem Berg Enni hatte, das ihm an den Kragen wollte. Schliesslich verschwand er nach einem Zusammenstoss mit seinem Halbbruder im Snæfellsjökull, wo er immer noch sitzen soll und seine Schätze bewacht, die im kleinen Vulkan Bárðarkista, einem Teil des Bergmassivs, versteckt sind. Lange Zeit wurde der gute Bárður von Leuten der Gegend als eine Art Schutzgeist angesehen und in Not angerufen.

 

Stykkishólmur

Die Stadtgemeinde Stykkishólmur (isl. Stykkishólmsbær) liegt im Westen Islands in der Region Vesturland an der Nordseite der Halbinsel Snæfellsnes. Sie zählt 1.111 Einwohner (2009) und ist damit für isländische Verhältnisse einer der grösseren Orte. Stykkishólmur liegt am Breiðafjörður und ist damit Ausgangspunkt für die Fähre “Baldur” zu den Westfjorden und zu der kleinen Insel Flatey. Hauptwirtschaftsfaktoren sind Fischerei und Tourismus. Man erkannte schon früh die günstige Lage und 1550 wurde hier ein Handelsplatz begründet. Heutzutage ist neben der Fischerei der grösste Arbeitgeber ein katholisches Nonnenkloster. Seinen Namen verdankt das Städtchen der vor den Hafen gelagerten Schäre Stykkið.

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