Südisland

Eyrarbakki
Ca. 550 Einwohner, Hauptbeschäftigungszweige: Fischerei, Landwirtschaft und Handel. Zur Sagazeit einer der bedeutendsten Hafen an der Südküste und deshalb Handelszentrum. Das Wohnhaus des Handelsdirektors „Húsið” steht heute unter Denkmalschutz und soll das Heimatmuseum des Bezirks Árnessýsla beherbergen. Westlich des Ortes befindet sich der ehemalige Fähranlegeplatz Óseyrarnes. Seit 1988 ist der Gletscherfluss Ölfusá an dieser Stelle

Geysir
Ein Geysir (isländisch geysa – wirbeln, strömen), auch Geiser, ist eine heisse Quelle, die ihr Wasser in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen als Fontäne ausstösst. Einen solchen Ausbruch bezeichnet man als Eruption. Namensgebend für den Geysir war der Grosse Geysir auf Island.
Der Strokkur (dt. Butterfass) ist ein bekannter Geysir in Island. Er befindet sich neben dem nur noch selten ausbrechenden Grossen Geysir im Haukadalur im Süden der Insel. Seine Ausbrüche erfolgen unregelmässig im Abstand von wenigen Minuten und manchmal bis zu dreimal kurz hintereinander.
Springquellen, wie die Geysire genannt werden, entstehen, wenn sie einen verhältnismässig engen Eruptionskanal haben. Durch Magma aufgeheiztes Sickerwasser wird aufgrund des Drucks der Wassersäule im Eruptionskanal auf weit über 100°C aufgeheizt. Einzelne Blasen steigen auf, und pressen einen Teil des Wassers heraus. Dadurch fällt der Druck ab und das überhitzte Wasser verwandelt sich schlagartig in Wasserdampf. Die folgende Eruption kann das Wasser bis weit über hundert Meter in die Luft schleudern.
Die kochende Wassersäule des Strokkur erreicht eine Höhe von manchmal über 20 m. Um die Intervalle zu verkürzen, wurde bis Mitte der 1970er Jahre, insbesondere am isländischen Nationalfeiertag, Seife in den Geysir geschüttet. Dies reduzierte die Oberflächenspannung und das Intervall wurde kürzer, allerdings auch unregelmässiger. Man stellte ein Abschwächen der Ausbrüche fest und es wurde ein Gesetz erlassen, welches die Beigabe von Seife verbot. Das Haukadalur mit seinen Geysiren gehört neben Þingvellir und dem Wasserfall Gullfoss zum “Golden Circle”, den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Süden Islands.

Gullfoss
Der Gullfoss (sprich “Gütlfoss” / gull=golden, foss=Wasserfall) ist ein berühmter Wasserfall des Flusses Hvítá im Haukadalur. Er gehört mit Þingvellir und den benachbarten Geysiren zum sogenannten Golden Circle der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands.
Seine durchschnittliche Wasserführung beträgt etwa 109 m³/s. Der Wasserfall rauscht über zwei Stufen (11 m und 21 m hoch). Die beiden breiten Kaskaden stehen etwa in einem 90°-Winkel zueinander. Bei Betrachtung der nachfolgenden Schlucht erscheint es verwunderlich, wohin diese riesige Wassermenge verschwindet.
Dass dieser Wasserfall noch existiert, ist dem Einsatz von Sigríður Tómasdóttir und ihrem Vater Tómas Tómasson zu verdanken, die um 1920 gegen den geplanten Verkauf des Geländes am Wasserfall angingen. Es sollte an eine englische Gesellschaft vergeben werden, die einen Staudamm errichten und Elektrizität gewinnen wollte. An Tómasdóttir erinnert eine Hinweistafel aus Stein in der Nähe des Wasserfalles.

Hekla
Die Hekla ist ein 1488 m hoher Vulkan im Süden Islands. Sie ist Teil einer 40 km langen Vulkanspalte und mindestens 6.600 Jahre alt. Der Vulkan ist neben den Grímsvötn der aktivste Islands. Im Mittelalter wurde gar das Tor zur Hölle an dieser Stelle vermutet.
Die Hekla ist eine Mischform aus Schild- und Stratovulkan mit Tendenz zum letzteren in neuester Zeit. Er besteht ausserdem aus 5 verschiedenen Kratern. Der Berg liegt in der Nähe des Naturschutzgebietes von Landmannalaugar. Die letzten Ausbrüche ereigneten sich mit ziemlicher Regelmässigkeit etwa alle zehn Jahre (zuletzt im Februar 2000). Nach der ersten urkundlich belegbaren Eruption im Jahr 1104 folgten insgesamt 20 weitere Eruptionen. Die letzten im vergangenen Jahrhundert ereigneten sich in den Jahren: 1947, 1970, 1980/81, und 1991.
Kurz nach dem Abschmelzen des Eisschildes der letzten Eiszeit scheinen sehr voluminöse Eruptionen stattgefunden zu haben, bei denen jeweils bis zu 15 km3 Lava gefördert wurden. Explosive Eruptionen traten hingegen erst später auf, wie z. B. vor 2.800 Jahren der Ausbruch, der 3 km3 Tephra auswarf. Aschewolken der Hekla fanden ihren Weg bis nach Finnland, nach Helsinki. Spuren wurden auch in Deutschland nachgewiesen.
Die Erstbesteigung gelang (vermutlich) 1750 Eggert Olafsson und Bjarni Palsson. Eine Besteigung ist über die Nord- oder Nordwestflanke am einfachsten. Der Aufstieg beginnt ab der Piste Landmannaleið westlich von Nýjahraun beim Krater Rauðaskál und ist etwa 14 km lang.
Nicht weit von der Hekla entfernt befindet sich der historische Hof Stöng, der bei einem Vulkanausbruch im Jahre 1104 zerstört und inzwischen wieder ausgegraben wurde. Zudem kann man die Wasserfälle des Háifoss und der Schlucht Gjáin besichtigen.

Hveragerði
Hveragerði liegt etwa 40 km östlich von Reykjavík. Sie liegt am Fluss Varmá. Sie ist bekannt für Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden. Hier werden Gemüse und alle möglichen Früchte, u.a. Bananen, unter Glas angebaut. Die Stadt hat eine Staatliche Gartenbauschule, ein Rehabilitationszentrum und 2.315 Einwohner (2009). Im örtlichen Freibad gibt es eine Dampfsauna. Im Ort selbst findet man ein Feld mit heissen Quellen, da die Gegend zum Hengill-Gebiet gehört, einem vulkanischen Hochtemperaturgebiet. Auch in den Gärten einiger Häuser erkennt man sichtbar heisse (dampfende) und weisse Stellen. Unter weissen Stellen ist die Erdkruste sehr dünn. Man sollte sie daher nicht betreten. Am nördlichen Stadtrand liegt der kleine Geysir Grýla. Ausserdem gibt es einen hübschen Wanderweg durch einen Park oder über einen Pfad auf der anderen Seite einen Bach entlang nach Norden, wobei man an zahlreichen dampfenden Stellen und einem zischenden Bohrloch vorbeikommt. Südlich von Hveragerði liegt der Ort Þorlákshöfn. Von hier startet die Fähre Herjólfur zu den Westmännerinseln.

Kerið
Der Kerið ist der östlichste von fünf Kratern der zum postglazialen Grímsnes-Vulkanfeld gehörenden Kraterreihe Tjanarhólar. Diese liegt in der Region Suðurland an der Strasse von Selfoss ins Haukadalur. In der eruptiven Phase vor etwa 5000-6000 Jahren förderte die Kraterreihe Tjanarhólar einen Grossteil der Lavamassen des Grímsneshraun (hraun Isländisch für Lava bzw. Lavafeld). Insgesamt besteht dieses Grímsnes-Vulkanfeld aus 10-12 meist relativ kleinen, eruptiven Zentren.
Während Kerið und der nahe gelegene Schlackenkegel Kerhóll inzwischen unter Naturschutz stehen, wird die Schlacke der meisten übrigen Krater des Grímsnes-Vulkanfeldes zur Verwendung als Strassenbaumaterial abgebaut.
Fälschlicherweise wird der Krater Kerið aufgrund seines zu- und abflussfreien Kratersees (Durchmesser ca. 10 m) häufig als Explosionskrater oder Maar bezeichnet. Jedoch fehlen sämtliche Merkmale eines Tuff- oder Tephraringes, die üblicherweise einen Maarkrater umgeben. Darüber hinaus weist Kerið neben einer heiss abgelagerten Kraterfazies eine ausgeprägte effusive Tätigkeit auf. Insbesondere letzteres widerspricht dem zu erwartenden Eruptionsverlauf eines Explosionskraters. Wahrscheinlicher ist dagegen ein Absinken des Kraterbodens unterhalb des Grundwasserspiegels nach Beendigung der eruptiven Phase.

Þingvellir
Þingvellir (isländisch “Þing”: Volksversammlung gesprochen ähnlich wie “thing” im Englischen, “vellir”: Ebene) ist ein Ort und ein Nationalpark nahe der Reykjanes-Halbinsel. Hier wurde bereits um 930, also noch während der Zeit der Landnahme durch vor allem norwegische Wikinger, die traditionelle gesetzgebende Versammlung Alþing abgehalten. Sie hatte sowohl gesetzgeberische als auch Gerichtsbarkeitsfunktionen. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt – nach denen im Griechenland der Antike. Es bestand bis ins Jahr 1798, als die Dänen das Alþing auflösten. An diesem historischen Ort wurde auch am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen und 1994 deren Fünfzigjahrfeier begangen.
Þingvellir befindet sich im Südwesten Islands und ist seit 1928 ein Nationalpark. Es liegt inmitten einer Grabenbruchzone (Riftzone) und ist umgeben von vier aktiven Vulkansystemen, darunter der Hengill, am Nordufer des Sees Þingvallavatn. Der Fluss Öxará durchströmt den Nationalpark und formt an der Schlucht Almannagjá einen sehenswerten Wasserfall,den Öxaráfoss.
An diesem Ort (und im weiteren Umfeld) wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar, vor allem an der Almannagjá (Allmänner-Schlucht). Die tektonischen Verschiebungen zeigen sich auch in den häufigen Erdbeben. Ausserdem macht sich der Vulkanismus bemerkbar. Das Wasser des Baches soll in den letzten Jahren auch schon überraschend angefangen haben zu dampfen. Der Ort gehört mit dem Wasserfall Gullfoss und den Geysiren des Haukadalur zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands, dem sogenannten Golden Circle. 2004 wurde der Nationalpark durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.

Þorlákshöfn
Þorlákshöfn ist eine kleine Hafenstadt mit 1.582 Einwohnern (2009). An der flachen, fast hafenlosen Südküste ist Þorlákshöfn der einzige Hafen neben dem 400 km östlich gelegenen Höfn. Von hier aus geht die Fähre Herjólfur nach Heimaey auf den Vestmannaeyjar. Die Entfernung von Þorlákshöfn zu der Insel, die etwa 10 km vor Island liegt, beträgt etwas über 70 km. Die wichtigsten Erwerbszweige in Þorlákshöfn sind der Schiffbau und der Fischfang. Entlang der Südküste führt eine Brücke über die Ölfusá, dem wasserreichsten Fluss Islands direkt an der Mündung.

Skálholt
Der Ort Skálholt liegt in der Gemeinde Bláskógabyggð an der Hvitá und ist Teil des Golden Circle. Der kleine Ort besteht nur aus einer relativ grossen Kirche und einigen wenigen Häusern. Trotzdem ist er von bemerkenswerter Bedeutung für die Geschichte des Landes, war er doch seit dem Mittelalter (1055 bis 1801), als der Bischofssitz nach Reykjavík verlegt wurde, neben Hólar der wichtigste Bischofssitz von Island. Das bedeutete, Skálholt war auch kulturelles und politisches Zentrum und hatte als letzteres über lange Jahrhunderte ähnliches Gewicht wie Þingvellir. Die erste Lateinschule des Landes wurde in Skálholt gegründet. Und 1550 starben hier der letzte katholische Landesbischof Jón Arason und seine Söhne eines gewaltsamen Todes. Die Kirche fällt durch ihre Grösse auf. Tatsächlich misst das von 1956 bis 1963 erbaute Gotteshaus in der Länge stattliche 30m. Allerdings waren einige seiner an gleicher Stelle gelegenen Vorgängerbauten noch länger (bis zu 50m). Zur jetzigen Ausstattung der Kirche trugen auch andere skandinavische Länder bei.

Stokkseyri
Ca. 500 Einwohner, Hauptbeschäftigungszweige: Landwirtschaft und Fischfang, trotz des schlechten Hafens. Sehenswert ist das kleine Heimatmuseum in der alten Fischerhütte Þuríðarbúð, benannt nach einer der wenigen Frauen, Þuríður Einarsdóttir (1777 – 1863), die eines der offenen Fischerboote kommandierte.

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