Westfjorde

Barðaströnd
Ein Küstenabschnitt zwischen Vatnsfjörður und Siglunes mit vielen Bauernhöfen. Grasiges Unterland vor steilen Berghängen mit einigen kleinen Busch bewachsenen Tälern. Die Lagune Hagavaðall leert sich bei Ebbe fast völlig.

Djúpavík
Ehemaliges Fischerdorf. Heute leben hier im Winter nur noch 1-2 Familien. Eine 1934 – 35 erbaute Heringsfabrik wurde aufgegeben, als die Heringe vor der Küste des Nordlandes ausblieben.

Drangsnes
Drangsnes (dt. “Felsenhalbinsel”) liegt am nordöstlichen Ufer des Steingrímsfjörður nahe dem Ort Hólmavík. Die kleine, einsam gelegene Ortschaft ist geprägt von ein paar kleinen Häusern und einer Salzfischfabrik. Der Fischfang und dessen Verarbeitung ist somit Haupterwerbsquelle des Ortes. Der Küste südöstlich vorgelagert befindet sich der Felsen Grímsey, auf dem ein 1949 errichteter Leuchtturm steht. Jener Felsen ist der Legende nach eine versteinerte Trollfrau, die zwischen Island und den Westfjorden einen Graben ziehen wollte und – von der aufgehenden Sonne überrascht – zu Stein erstarrte. Drangsnes liegt an der Strasse 645, die nach Norden bis Djúpavík, sowie nach Gjögur am Reykjarfjörður (Flugplatz) führt. Das Zentrum der Westfjorde, Ísafjörður, ist westlich des Ortes über die Strasse 61 erreichbar.

Dynjandi
Der Fjallfoss ist der grösste Wasserfall in den Westfjorden im Nordwesten Islands. Häufig wird er auch Dynjandi genannt. Er ist 100 Meter hoch und breit aufgefächert. Gleich unterhalb sind mehrere kleine Wasserfälle, darunter auch der Göngufoss, hinter dem man (fast) trockenen Fusses hindurch gehen kann. Kurz danach mündet der Fluss Dynjandisá in den Arnarfjörður. Dort liegt auch ein kostenloser und schöner Campingplatz. In dem Film „Kinder der Natur“ feiern die beiden Hauptpersonen Stella und Geiri an diesem Ort. Er liegt direkt an der Strasse Nr. 60 und ist ca. 73 km von Patreksfjörður entfernt. Diese Gegend Islands ist touristisch noch recht wenig erschlossen.

Flatey
Flatey ist die grösste Insel mitten im Breiðafjörður. Die Insel ist besiedelt und Haltestation der Fähre MS Balður, die von Stykkishólmur auf die andere Seite des Fjordes nach Brjánslækur fährt. Die Insel ist berühmt durch die Literarischen Quellen, die mit ihr verbunden sind: Zum einen gibt es die Flateyarannáll aus dem 10. Jahrhundert und zum anderen das Flateyjarbók aus dem 14. Jahrhundert, eine Sammelhandschrift vieler Sagas. Ausserdem hatte der letzte katholische Bischof Jón Arason von Hólar eine Druckmaschine gekauft, die zunächst in Flatey stationiert war. Aus dieser Zeit sind allerdings keine Druckerzeugnisse erhalten. Auch zur Vogelbeobachtung ist Flatey besonders geeignet.

Hólmavík
Die Landgemeinde Hólmavík (isl. Hólmavíkurhreppur) wurde am 9. Juni 2002 durch den Zusammenschluss der ehemaligen Landgemeinde Hólmavíkurhreppur mit der Landgemeinde Kirkjubólshreppur gebildet. Der Hauptort Hólmavík (dt. “Inselbucht”) liegt am Westufer des Fjords Steingrímsfjörður an der Ostseite der Westfjorde. In dem Ort, der seit etwa 100 Jahren der Handelsort des Bezirks ist, leben 368 Einwohner (2009). Als Haupteinnahmequelle dient – wie sich zu manchen Zeiten gut an den bunten Booten erkennen lässt – der Fischfang. Dieser hat dem Ort zu relativem Reichtum verholfen. Die Bedeutung Hólmavíks als Verwaltungszentrum für die Umgebung beweisen auch ein kleines Krankenhaus und eine höhere Schule am Ort. Hólmavík liegt an der Straße 61, dem Djúpvegur, der weiter über die Berge nach Ísafjörður führt. Die Entfernung nach Reykjavík beträgt 273 Strassenkilometer. Sehenswert sind vor allem die kleine helle, holzverkleidete Kirche Hólmavíkurkirkja, die über dem Ort auf einem Hügel steht, sowie der Hafen des ehemaligen Haifischfangzentrums.

Ísafjörður
Ísafjörður liegt, eingefasst von den schroff abfallenden Berghängen des Eyrarfjall (bis 731 m) und des Kirkjubólsfjall (bis 832 m), am Skutulsfjörður, einem Seitenarm des Ísafjarðardjúp und bildet das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde. In Ísafjörður selbst leben 2.693 Personen (2008), in den restlichen Siedlungen der Gemeinde Ísafjarðarbær weitere 1.275 Personen.
Die Sandbank (isländ. “eyri”), die den Ort trägt, wurde immer wieder aufgeschüttet, um Neuland zu bilden. Somit hat sich die Fläche der Stadt kontinuierlich vergrössert Die Halbinsel reicht heute fast von einem Ufer des Fjords zum anderen, wobei ein wirkungsvoll geschützter Hafen entstand.
Als erster Siedler an diesem Ort wird um 920 Helgi Hrólfsson genannt, der dem Fjord Skutulsfjörður auch seinen Namen gab, als er an dieser Stelle eine Harpune (isländ. “skutull”) am Strand fand. Ihm folgten norwegische und isländische Händler, welche sich zeitweise hier niederliessen. Im 16. Jahrhundert gründeten hier deutsche und englische Firmen ihre Handelsniederlassungen. Die während des dänischen Handelsmonopols errichteten Häuser am Südzipfel der Halbinsel bilden heute das Seefahrtsmuseum Neðstakaupstað. Sie stellen den ältesten erhaltenen Siedlungskern Islands (Tjöruhúsið von 1734) dar. Ísafjörðurs allgemeiner Wohlstand kam erst im 18. Jahrhundert mit der Klippfischverarbeitung. 1787 wurde Ísafjörður zum Handelsort, 1866 wurde das Stadtrecht verliehen
Der Ort bietet trotz seiner geringen Einwohnerzahl eine eher städtische Atmosphäre. Ísafjörður verfügt über eine Musikschule sowie ein Krankenhaus. Das gegenüberliegende ältere Gebäude (das ehemalige Krankenhaus) beherbergt heute ein Kulturzentrum mit einer Bibliothek und Ausstellungsräumen. In der Aðalstræti (dt. “Hauptstraße”) befindet sich die Kunstgalerie Slunkariki, wo Werke internationaler sowie isländischer Künstler gezeigt werden. Sehenswert sind auch die eigenwillige, ockerfarbene Betonkirche Ísafjarðarkirkja und der daran anschliessende Friedhof. Der an der östlichen Mündung des Skutulsfjörður gelegene rot-gelbe, nur etwa fünf Meter hohe Leuchtturm Arnarnesviti wurde 1902 errichtet.
Von Juni bis August bestehen von Ísafjörður Schiffsverbindungen zur fast gänzlich verlassenen und schwer erreichbaren Halbinsel Hornstrandir (Naturreservat) auf der anderen Seite des Ísafjarðardjúp. Die verkehrs- und versorgungstechnische Bedeutung des Ortes wird insbesondere deutlich durch die Anbindung an das innerisländische Flugnetz, der Flugplatz von Ísafjörður befindet sich am gegenüberliegenden Ufer des Fjords.
Die Entfernung zur Hauptstadt Reykjavík beträgt 457 Strassenkilometer, der nächstgelegene Ort Bolungarvík liegt etwa 15 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt. Am Ortsrand von Bolungarvík, ist die Fischereisiedlung Ósvör als Freilichtmuseum zu besichtigen. Die Regionalbibliothek wurde 1889 gegründet, 1911 folgte Islands erste Musikschule. Seit 1970 gibt es in Ísafjördur 2 Schulen und eine vor kurzem gegründete Kunstschule mit dem Namen von Islands ersten Architekten, Rögnvaldur Ólafsson.

Látrabjarg
Die Steilküste Látrabjarg liegt im äussersten Westen der dünn besiedelten Westfjorde. Vom Kap auf 65° 30′ N, 24° 32′ W sind es „nur“ noch 360 km über die Dänemarkstrasse bis nach Grönland. Damit ist Látrabjarg (abgesehen von kleineren Inseln) der westlichste Punkt Europas. Im Süden ist bei gutem Wetter der etwa 85 km entfernte Snæfellsjökull zu sehen. Látrabjarg gilt als der grösste Vogelfelsen der Welt. In den bis zu 450 m hohen Klippen gibt es grosse Seevogel-Kolonien, die vor allem von Papageitauchern, Lummen und Tordalken bevölkert werden. Die Eier wurden früher regelmässig gesammelt. Heute befinden sich am meist menschenleeren Kap, das über eine schmale Schotterstrasse von der Siedlung Breiðavík erreichbar ist, eine Wetterstation und ein Leuchtfeuer.

Patreksfjörður
Ca. 870 Einwohner, Fischerdorf am gleichnamigen Fjord auf den zwei Sandbänken Vatneyri und Geirseyri. 1946 wurde der Hafen Patrekshöfn in einen kleinen See auf Vatneyri gegraben. Haupterwerbszweige sind Fischfang und –verarbeitung. Gemeindezentrum, Grundschule und Berufsschule. Flugplatz bei Hnjótur auf der gegenüberliegenden Fjordseite, wo sich auch ein Heimatmuseum befindet. Das älteste Steinhaus in den Westfjorden wurde auf Geirseyri gebaut. Als Väter des Dorfes gelten die beiden Unternehmer Ólafur Jóhannesson und Pétur A. Ólafsson, deren Aktivitäten massgeblich zum Wachsen des Ortes beitrugen. Einer Lawine aus der Schlucht Stekkjargil fielen am 22. Januar 1983 vier Einwohner zum Opfer und mehrere Häuser wurden zerstört.

Rauðisandur (deutsch: Roter Sand)
Die Region zwischen Skrarhlíðar mit rötlichem Muschelsandstrand. Schmaler Streifen grasiges Unterland vor fast senkrechten Felswänden. Im Osten ist die Lagune Bæjarvaðall. Zur Gemeinde Rauðasandshreppur gehört die gesamte Halbinsel südlich von Patreksfjörður. Dies ist die westlichste Gemeinde in Island und damit in ganz Europa.

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